Hier werden Sie Berlin auf einem kleinen Stadtrundgang erkunden.
Sie sollten dabei der Umwelt zuliebe öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Sie haben einen Stadtplan inklusive U- und S-Bahn-Stationen und einen separaten S- und U-Bahn-Plan zur Verfügung.
(
Sie können hier, falls Sie keinen Stadtplan zur Hand haben, auch einen online-Stadtplan
benutzen, z.B. unter http://www.berliner-stadtplan.com/
- dort können Sie gezielt nach Straßennamen suchen. Einen S- und U-Bahn-Plan
finden Sie unter http://www.s-bahn-berlin.de/pdf/s_bahn_netz.pdf)
Folgen Sie bitte dem Plan mit unseren Vorschlägen. Gehen Sie von Station zu Station. Wenn Sie die gesuchte Sehenswürdigkeit gefunden haben, legen Sie bitte das passende Bild an die Stelle im Stadtplan. Schreiben Sie dann bitte den Namen der Sehenswürdigkeit und die Bildnummer auf Ihr Antwortblatt.

Sie sind gerade am Flughafen Berlin-Schönefeld angekommen und wollen nun in der Zeit, bis der jet lag zuschlägt, Berlin erkunden. Am besten kaufen Sie sich dazu eine Tageskarte der Berliner Verkehrsbetriebe.
Nehmen sie die S9 Richtung Westkreuz und fahren Sie bis zur Haltestelle Alexanderplatz.
Auf dem nach Zar Alexander I. benannten Platz kann man neben der Weltzeituhr noch ein weiteres Wunderwerk der Technik begutachten, das von den Berlinern liebevoll „Telespargel“ genannt wird, nämlich den...
Nach dem achtstündigen Flug müssen Sie sich jetzt dringend bewegen. Spazieren Sie doch die Karl-Liebknecht Straße entlang Richtung Unter den Linden. Wenn Sie die Spree überquert haben, sollten Sie kurz anhalten, denn zu ihrer Rechten befindet sich eine berühmte Berliner Kirche...
Wenn Sie das Gotteshaus wieder verlassen, sollten Sie noch einen Blick auf das Gebäude auf der anderen Straßenseite werfen. Leider können Sie es nicht betreten, da es asbestverseucht und etwas baufällig ist und bald abgerissen werden soll. Dort tagte bis zur Wende die Volkskammer der DDR...
Flanieren Sie noch etwas weiter unter den Linden, wo es mittlerweile zahlreiche Geschäfte und Cafés gibt. Können Sie schon von Weitem das wahrscheinlich berühmteste Berliner Bauwerk erkennen?
Wenn Sie die Gegend rund um den Pariser Platz erkundet haben, biegen Sie bitte rechts in die Ebertstraße ein. Sie kommen an die Rückseite eines Gebäudes, das im Jahre 1998 erst wiederbezogen wurde. Nach seinem Umbau in den Jahren 1994 - 1999 wird es jetzt von einem riesigen, begehbaren Glaskonstrukt gekrönt...
Gehen Sie die Ebertstraße zurück und folgen Sie der Straße des 17. Juni in Richtung Tiergarten. Wenn Sie immer noch Kalorien verbrennen möchten, laufen Sie, ansonsten können Sie den Bus 100 nehmen. Vergessen Sie aber nicht, am Großen Stern Halt zu machen um sich ein weiteres Wahrzeichen Berlins anzuschauen...
Genug gelaufen für heute. Steigen Sie in den Bus 100 Richtung Bahnhof Zoo. Dieser fährt die Hofjägerallee entlang über den Lützowplatz und biegt dann nach rechts in die Kurfürstenstraße ein und fährt dann geradeaus in die Budapester Straße. Steigen Sie am Breitscheidplatz aus. Dort können Sie eine Kirche sehen, die nach dem Zweiten Weltkrieg wegen ihrer Kriegsschäden den Spitznamen „hohler Zahn“ bekam...
Vielleicht
sollten Sie nun ins Hotel fahren, da die Rezeption gleich schließt. Gehen Sie
zum Bahnhof Zoo und nehmen Sie eine S-Bahn zur Friedrichstraße. Von dort aus können
Sie entweder laufen oder mit der S 1 Richtung Wannsee zur Haltestelle Unter den
Linden fahren, denn wir haben in einem renommierten Hotel am Pariser Platz ein
Zimmer für Sie reserviert...
LERNSTATION
2:
Klaus Hoffmann: „Hoffmann – Berlin“
Aufgaben:
Lückentext:
Das war die Zeit, als Berlin __________,
das war die Zeit, als Berlin noch brillierte.
Mein Opa trug n Gehrock und ______ und n Stock,
meine Oma ging in schwarz, mit viel Wäsche unterm Rock.
Das war die Zeit, als Berlin noch ganz stand,
das war die Zeit, als Berlin sich erfand
und auf dem Spittelmarkt, gabs noch keen Herzinfarkt,
denn der Verkehr war noch ruhig und matt
und auch bei Wertheim konnt nischt verkehrt sein,
da gab es alles was ne Welt zu bieten hat.
Und unter grünen Linden
Da konnten sie sich finden.
Die Herren grüßten _________, hahaha,
die Damen waren knackig, hahaha,
und weil sie so frei warn
Gefühle ooch dabei warn,
kniete sich Opa vor meine Oma hin
_________ „Gestatten, Hoffmann – Berlin.“
Das war die Zeit, als Berlin ____________,
das war die Zeit, als Berlin explodierte.
Die Blumen __________ man uffm Leipziger Platz
Und im „Nussbaum“ auf m Krögel trank man
_____________.
Das war die Zeit, da hat Berlin sie verführt,
das war die Zeit, da hat Berlin sie berührt
und mein Großvater, der war ein Hutmacher,
wie ausm Ei gepellt, vom Kopp bis zum Zeh,
denn auf der Leipziger, war man nicht geiziger,
als in Paris uffm ____________.
Doch konnte man nischt koofen,
dann ging man einfach ___________.
Man freute sich wie Bolle, hahaha,
und Sonntags gabs ne Molle, hahaha.
Auch wenn det Leben schwer war,
und mein Opa ein __________ war,
sein Spruch war simpel, „_________ se rin,
hier werden sie behütet,
von Hoffmann – Berlin“
Das war die Zeit, als Berlin berlinierte,
das war die Zeit, als Berlin sich regierte.
Unter den Linden ___________ eine Goldene Zeit
Und die Männer schwenkten Hüte vor dem dritten Reich.
Das war die Zeit, wo Berlin sich vergass,
das war die Zeit, wo Berlin nischt besass
und mein ________ hielt meine ________
und sie sagten, die Welt ist ja verrückt
doch als mein Vater kam, wars meinem Opa warm,
„uns is wat bleibendet, lebendiget geglückt“.
Ja, Sterben ist det Schwerste,
sagte __________________.
Doch der Berliner gibt nicht ___, hahaha,
det liegt wohl an der Luft, hahaha
und mein Opa schrieb dem Kaiser,
„Ooch Winde werden leiser,
wird sich auch alles drehn,
man kann das Arschloch sehn.“
Das war die Zeit, als Berlin ____________,
das war die Zeit, als Berlin noch brillierte.
Mein Vater trug n Anzug und n Hut und n Stock,
meine Mutter wurde blond und trug n kurzen Rock.
Das war die Zeit, als Berlin noch fast stand,
das war die Zeit, als Berlin sich erfand
und der Spittelmarkt bekam nen Herzinfarkt,
denn der Verkehr war nun heftig und satt,
nun sollte Wertheim plötzlich verkehrt sein,
nun gab die Welt, was die Welt zu bieten hat.
Und unter grünen Linden,
da konnten sie sich finden.
Die Herren grüssten __________, hahaha,
und die Damen waren knackig, hahaha
und weil sie so frei warn,
Gefühle auch dabei warn
Kniete sich Papa vor meine Mama hin,
sagte „Gestatten Hoffmann, Berlin.“
zu Aufgabe 2:
Das war die Zeit, als Berlin berlinierte,
das war die Zeit, als Berlin noch brillierte.
Mein Opa trug n Gehrock und Melone und n Stock,
meine Oma ging in schwarz, mit viel Wäsche unterm Rock.
Das war die Zeit, als Berlin noch ganz stand,
das war die Zeit, als Berlin sich erfand
und auf dem Spittelmarkt, gabs noch keen Herzinfarkt,
denn der Verkehr war noch ruhig und matt
und auch bei Wertheim konnt nischt verkehrt sein,
da gab es alles was ne Welt zu bieten hat.
Und unter grünen Linden
Da konnten sie sich finden.
Die Herren grüßten zackig, hahaha,
die Damen waren knackig, hahaha,
und weil sie so frei warn
Gefühle ooch dabei warn,
kniete sich Opa vor meine Oma hin
knarrte „Gestatten, Hoffmann – Berlin.“
Das war die Zeit, als Berlin berlinierte,
das war die Zeit, als Berlin explodierte.
Die Blumen koofte man uffm Leipziger Platz
Und im „Nussbaum“ auf m Krögel trank man Kaffeeersatz.
Das war die Zeit, da hat Berlin sie verführt,
das war die Zeit, da hat Berlin sie berührt
und mein Großvater, der war ein Hutmacher,
wie ausm Ei gepellt, vom Kopp bis zum Zeh,
denn auf der Leipziger, war man nicht geiziger,
als in Paris uffm Changselisee.
Doch konnte man nischt koofen,
dann ging man einfach schwoofen.
Man freute sich wie Bolle, hahaha,
und Sonntags gabs ne Molle, hahaha.
Auch wenn det Leben schwer war,
und mein Opa ein Charmeur war,
sein Spruch war simpel, „kieken se rin,
hier werden sie behütet,
von Hoffmann – Berlin“
Das war die Zeit, als Berlin berlinierte,
das war die Zeit, als Berlin sich regierte.
Unter den Linden paradierte eine Goldene Zeit
Und die Männer schwenkten Hüte vor dem dritten Reich.
Das war die Zeit, wo Berlin sich vergass,
das war die Zeit, wo Berlin nischt besass
und mein Opapa hielt meine Omama
und sie sagten, die Welt ist ja verrückt
doch als mein Vater kam, wars meinem Opa warm,
„uns is wat bleibendet, lebendiget geglückt“.
Ja, Sterben ist det Schwerste,
sagte Wilhelm der Erste.
Doch der Berliner gibt nicht uff, hahaha,
det liegt wohl an der Luft, hahaha
und mein Opa schrieb dem Kaiser,
„Ooch Winde werden leiser,
wird sich auch alles drehn,
man kann das Arschloch sehn.“
Das war die Zeit, als Berlin berlinierte,
das war die Zeit, als Berlin noch brillierte.
Mein Vater trug n Anzug und n Hut und n Stock,
meine Mutter wurde blond und trug n kurzen Rock.
Das war die Zeit, als Berlin noch fast stand,
das war die Zeit, als Berlin sich erfand
und der Spittelmarkt bekam nen Herzinfarkt,
denn der Verkehr war nun heftig und satt,
nun sollte Wertheim plötzlich verkehrt sein,
nun gab die Welt, was die Welt zu bieten hat.
Und unter grünen Linden,
da konnten sie sich finden.
Die Herren grüssten zackig, hahaha,
und die Damen waren knackig, hahaha
und weil sie so frei warn,
Gefühle auch dabei warn
Kniete sich Papa vor meine Mama hin,
sagte „Gestatten Hoffmann, Berlin.“
Verlag: stille music GmbH
zu Aufgabe 3:
berlinerisch ist z.B.
- die Sprache: „keen“ statt „kein“, „nischt“ statt nichts, „wat“ statt „was“, „bleibendet, lebendiget“ statt „bleibendes, lebendiges“, „det“ statt „das“, „ooch“ statt „auch“, „koofen“ statt „kaufen“, „schwoofen“ (ugs. für „tanzen“), „man freute sich wie Bolle“ (nach einem berühmten Berliner Milchfabrikanten namens Carl Bolle), „kieken“ statt „gucken“, „rin“ statt „rein“...
- die Orte: Spittelmarkt, Wertheim (Berliner Warenhaus), unter grünen Linden (Flaniermeile Unter den Linden), Leipziger Platz, „Nussbaum“ (Lokal in Berlin), Krögel (Viertel in Berlin-Mitte)...
- die historischen Figuren und Ereignisse: das dritte Reich, Wilhelm der Erste (Deutsches Kaiserreich)...
LERNSTATION 3:
Jana Hensel: „Zonenkinder“
Aufgaben zu „Zonenkinder“:
1.
Bevor Sie den Text lesen:
Was verbinden Sie mit dem Begriff
„Zonenkinder“? Was könnte ein „Zonenkind“ wohl im Jahr 2002 erzählen?
Lesen Sie nun den Text. Deckt sich das Erzählte mit Ihren
Erwartungen?
Bitte nehmen Sie Ihre Tabelle mit den Ost-West-Begriffen aus Jana Hensels „Zonenkinder“ zur Hand.
z.B.
die folgenden Links:
http://snake.cs.tu-berlin.de:8081/~alalalal/dictionary.html
http://www.ostprodukte.de/woerterbuch.php
http://focus.msn.de/D/DI/DI08/DI08F/di08f01.htm
Was, denken Sie, bezwecken die Autoren solcher „Deutsch-Deutscher Wörterbücher“?
LERNSTATION
5:
Adolf Glaßbrenner: „Der Prophet“
Nu, Brüderken, noch eenen Schnaps,
Komm, Brüderken, schenk' ein!
Denn krieg' ick den prophet'schen Raps
Un werd' Dir prophezeihn.
En
König is en mächtjer Herr,
Bei Jott, ick sag't nich jern;
Is eine Nußschaal' jänzlich leer,
So hat sie keenen Kern.
Wer
jar keen Jeld hat, der is arm,
Wer viel hat, der is reich;
Verschied'ne Herrn un Knechte sind
Nich Alle frei und jleich.
Wer uf de frommen Fürsten baut,
Det is en frommer Christ;
En Huhn, wat sich dem Fuchs vertraut,
Det weeß nich, wat der frißt.
Aufgaben:
zu Aufgabe 2:
Nun, Brüderchen, noch einen Schnaps,
Komm, Brüderchen, schenk’ ein!
Dann krieg’ ich den prophetischen Raps
Und werd’ Dir prophezeien.
Ein König ist ein mächtiger Herr,
Bei Gott, ich sag’s nicht gern;
Ist eine Nussschale gänzlich leer,
So hat sie keinen Kern.
Wer gar kein Geld hat, der ist arm,
Wer viel hat, der ist reich;
Verschiedene Herrn und Knechte sind
Nicht alle frei und gleich.
Wer auf den/ die frommen Fürsten baut,
Das ist ein frommer Christ;
Ein Huhn, das sich dem Fuchs vertraut,
Das weiß nicht, was der frisst.
zu Aufgabe 3:
<ch> wird zu <k> oder <ck>, z.B. Brüderken (Brüderchen), ick (ich)
<a> wird zu <e>, z.B. denn (dann), det (das)
<g> wird zu <j>, z.B. mächt’jer (mächtiger), Jott (Gott)
<s> wird zu <t>, z.B. sag’t (sag’s), det (das)
<ei> wird zu <ee>, z.B. keen (kein), weet (weiß)
<au> wird zu <u>, z.B. uf (auf)
Links:
http://www.bris.ac.uk/Depts/LangCent/studpage/GER-L3-2002/martin/dialekte.html
www.hu-berlin.de/presse/tsp/ws02_03/dialekt.html
LERNSTATION
6:
Brandenburger-Tor-Quiz
Sie sehen hier Bilder des Brandenburger Tors aus verschiedenen Epochen.
Bitte ordnen Sie die Bilder den
Jahreszahlen auf Ihrem Aufgabenblatt zu!
1806 1890 1900 1928 1934 1945
1953 1961 1963 1989 2003
LERNSTATION
7:
Reinhard Mey: „Mein Berlin“
Aufgaben:
Sie können den Text gleichzeitig mitlesen oder nur hören.
2.
Welchen historischen Ereignissen können Sie die
unten stehenden Begriffe aus Reinhard Meys Lied zuordnen?
zu Aufgabe 2:
Bombenkrater: 2. Weltkrieg/ Nachkriegszeit
Skymaster: Berliner Blockade und Luftbrücke 1948/ 49
Halbe Stadt: Leben in Berlin nach dem Mauerbau
Menschen gegen Panzer: Arbeiteraufstand in der DDR 17. Juni 1953
Hastig zugemauert: Mauerbau 13.8.1961
Schlagbäume: Berliner Blockade 1948/ 49
Feldmütze: Nachkriegszeit
Graffiti: Leben in der geteilten Stadt in den 70er/ 80er Jahren
Freiheit: Leben in Berlin nach der Wiedervereinigung
70er Demos: Demonstrationen im geteilten Berlin
Steine sind kein Argument: Krawalle in Kreuzberg Anfang der 80er Jahre
Junitag: Arbeiteraufstand am 17.6.1953
Aufrecht gehen: Leben nach der Wiedervereinigung
Sprachlos: Leben in Berlin nach dem Mauerbau
Trümmerfelder: Nachkriegszeit
LERNSTATION
8:
Wladimir Kaminer: „Die erste eigene
Wohnung“
Aufgaben:
LERNSTATION
9:
Die Legomauer
Aufgaben:
15 Jahre nach
dem Fall der Berliner Mauer kann man den ehemaligen Mauerverlauf in Berlin nur
noch schwer nachvollziehen.
Um Ihnen eine Vorstellung von der Teilung Berlins zu geben, möchten wir Sie bitten, die Mauer auf dem Stadtplan mit Legosteinen nachzubauen.
Damit Sie wissen, wo der „antifaschistische Schutzwall“ verlief, lesen Sie sich bitte aufmerksam die Berichte von (fiktiven) Augenzeugen durch und versuchen Sie mit deren Hilfe zu kombinieren, durch welche Bezirke die Mauer ging.
die
Berliner Bezirke heute
Augenzeugenberichte:
Uschi Finkenbrink, 59:
„Also, ick weet noch janz jenau, wie de John F Kennedy dreiunsechzig in Berlin war. Det war ja noch n junge, jutaussehende Präsident! Da hat der da vor de Schöneberger Rathaus jesprochen, tolle Rede jehalten, und da hat man det Jefühl jehabt, dat man als Berliner ooch wat zählt, nich nur immer de Bundesrepublik. Obwohl det ja damals eijentlich nur um uns Westberliner ging un de wilde Osten ja schon hinter Neukölln anjefangen hat, un im Süden war ja ooch alles DDR.“
Adelheid Gütelow, 96:
„Ja, also, wir hatten ja damals nach dem Krieg noch richtig Glück gehabt, nicht wahr, dass wir bei den Franzosen in der Besatzungszone gelandet sind und nicht bei den Sowjets. Da hab ich noch zu meinem mittlerweile verstorbenen Mann – Gott hab ihn selig! - gesagt: ‚Du, Erwin, stell Dir vor, wir hätten einige Kilometer weiter östlich gelebt’, da war ja gleich Pankow auf der anderen Seite der Mauer, ‚da hätten sie uns einundsechzig auch eingesperrt!’ Nicht auszudenken, was wir dann noch hätten mitmachen müssen!“
Prof. Jürgen Habermann, 55:
„Wie Sie sicherlich wissen, habe ich mich mit dem Phänomen Berliner Mauer wissenschaftlich auseinandergesetzt und meine Untersuchungen haben ergeben, dass die Mauer auf die soziale und kulturelle Entwicklung Westberlins eine durchaus größere Wirkung hatte, als bisher angenommen: Nehmen wir als Beispiel Kreuzberg, das ja an drei Ostberliner Bezirke grenzte und somit eine Halbinsel im Ozean des Kommunismus bildete, so wie Westberlin an sich ja auch schon eine Insel inmitten der DDR war...“
Karl-Heinz Bolle, 72:
„Ick lebe nach wie vor in Mitte, mittenmang dabei also, ha, ha, ha, un in de letzte 15 Jahre hat sich da janz schön was jetan, nich nur, das jetzt de janze Wessis kommen, sondern auch de Amis! Die haben, nur so als Beispiel, in de Friedrichsstraße ne riesije American...äh, Jlaskasten hinjestellt, dit wäre ja damals zu DDR-Zeiten jar nich denkbar jewesen, da hätt’ dit jehießen, de kapitalistische Klassenfeind kommt! Ha, dit wär’ wat jewesen!“
Jens Herrmann, 43:
„Na, als damals de Mauer aufging, hab ick
jleich zu meine Frau jesagt: ‚Wir hauen ab in de Westen!“ Aber in Berlin
bleiben wollten wir schon, schon wegen meine Tante Gerda in Friedrichshain und
so. Na ja, da sind wir dann halt nach Charlottenburg umjesiedelt, war natürlich
nicht janz billig für uns, aber dit war 20 Jahre lang mein Traum, einmal de
Ku’damm entlang zu jehen, und jetzt kann ick dit jeden Tag machen, und jetz is
es, na ja...schon wieder janz normal.“
Uschi Finkenbrink outet sich als Westberlinerin. Sie verrät, dass Neukölln und Tempelhof- Schöneberg zum Westteil Berlins gehörten und östlich davon die DDR anfing, das heißt dass die Mauer im Süden Berlins zwischen den Bezirken Neukölln und Treptow-Köpenick verlaufen sein muss.
Adelheid Gütelow verrät uns, dass Pankow ein Bezirk Ost-Berlins war, und dass sie westlich davon wohnte.
Professor Jürgen Habermann sagt, dass Kreuzberg von drei Ostberliner Bezirken umgeben war; da wir von Uschi Finkenbrink schon wissen, dass Neukölln und Tempelhof-Schöneberg Westbezirke waren, muss die Mauer also Kreuzberg von Treptow-Köpenick, Friedrichshain und Mitte getrennt haben.
Karl-Heinz Bolle bestätigt, dass Mitte ein Ostbezirk war; wenn Mitte ein Ostbezirk war, hat Adelheid Gütelow in Reinickendorf gelebt, da es sonst keinen anderen Westbezirk westlich von Pankow gibt.
Jens Herrmann schließt die Mauer, indem er uns sagt, dass Friedrichshain ein Ost- und Charlottenburg ein Westbezirk war.
Link:
Die Bezirke mit dem ehemaligen Mauerverlauf finden Sie unter http://www.wall-berlin.org/gm/ciel_tex12.htm
LERNSTATION
10:
Matthias Koeppel: Das Brandenburger Tor
Der Künstler
Matthias Koeppel hat einen Bilderzyklus zum Thema „Brandenburger Tor“ gemalt,
in dem er die Stile verschiedener Künstler des 20.Jahrhunderts imitiert hat.

Dalí,
Dalí
Traumtor
Pollock was here
Kein Stoff für
Hallo, Miró
Poliakoff

Zick Zack für
Von Gelmeroda zum Wo
wo? Da da!
Suprematistische
Betroffener Ort
Braque
Brandenburger Tor
Quadratur d. Kreises

Nikis
Falle
Mondrians Traum
Who’s Afraid of the
Was denn, Wassily?
“Ich suche nicht,
Brandenburg Gate?
ich finde”

Größere
Einschnitte „Oh,
Roy, I love
Nach Ihnen, bitte!
Hundertwasser’s
Vernagelt
You too, but…”
1. Schauen Sie sich die 20 Bilder des Brandenburger Tors an.
a. Welche gefallen Ihnen am besten? Warum?
b. Welche Gemeinsamkeiten unter den Bildern sehen Sie?
c. Wählen Sie ein Bild aus und beschreiben Sie so genau wie
möglich sowohl was im Bild steht als auch die
Stilelemente des Bildes.
Georges Braque, Marc Chagall, Dada, Salvador Dalí, Lyonel Feininger, Lucio Fontana, F. Hundertwasser, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Roy Lichtenstein, Kasimir Malewitsch, Joan Miró, Piet Mondrian, Barnett Newmann, A.R. Penck, Niki de Saint Phalle, Pablo Picasso, Serge Poliakoff, Jackson Pollock, Günther Uecker
2 Punkte pro richtige Zuordnung
1 Punkt pro richtige Zuordnung mit Hilfe der Tipps
0 Punkte, keine Zuordnung
-1Punkt pro falsche Zuordnung
3. Wie würden Sie das Brandenburger Tor künstlerisch darstellen? Nehmen Sie sich Stift
oder Wachsmalkreiden und malen Sie ein Bild!
4. Weiterführende Aktivität:
Informieren Sie sich über den Künstler Matthias Koeppel:
Welche anderen Berlinmotive sind in seinen Werken zu
finden?
zu Aufgabe 2:
Salvador Dalí, Marc Chagall, Jackson Pollock, Serge Poliakoff, Joan Miró, Georges Braque, Lyonel Feiniger, Dada, Kasimir Malewitsch, Paul Klee, Niki de Saint Phalle, Piet Mondrian, Barnett Newmann, Wassily Kandinsky, Pablo Picasso, Lucio Fontana, Roy Lichtenstein, A.R. Penck, F. Hundertwasser, Günther Uecker
LERNSTATION
11:
Udo Lindenberg: „Sonderzug nach Pankow“
Entschuldigen
Sie, ist das der Sonderzug nach Pankow
ich muß mal eben dahin, mal eben nach Ost-Berlin
ich muß da was klären, mit eurem Oberindianer
ich bin ein Jodeltalent, und ich will da spielen mit 'ner Band
Ich hab'n Fläschchen Cognac mit und das schmeckt sehr lecker
das schlürf' ich dann ganz locker mit dem Erich Honecker
und ich sag: Ey, Honey, ich sing' für wenig Money
im Republik-Palast, wenn ihr mich laßt
all die ganzen Schlageraffen dürfen da singen
dürfen ihren ganzen Schrott zum Vortrage bringen
nur der kleine Udo - nur der kleine Udo
der darf das nicht - und das verstehn wir nicht
Ich weiß genau, ich habe furchtbar viele Freunde
in der DDR und stündlich werden es mehr
och, Erich ey, bist Du denn wirklich so ein sturer Schrat
warum läßt Du mich nicht singen im Arbeiter- und Bauernstaat?
Ist das der Sonderzug nach Pankow?
Ich hab'n Fläschchen Cognac mit und das schmeckt sehr lecker . . .
Honey, ich glaub', Du bist doch eigentlich auch ganz locker
ich weiß, tief in dir drin, bist Du eigentlich auch'n Rocker
Du ziehst dir doch heimlich auch gerne mal die Lederjacke an
und schließt Dich ein auf'm Klo und hörst West-Radio
Hallo, Erich, kannst' mich hören
Hallolöchen - Hallo
Hallo, Honey, kannst' mich hören
Hallo Halli, Halli Hallo
Joddelido
Towarischtsch Erich! Meshdu protschim, werchownij sowjet ne imejet nitschewo protiw gastrolej Gospodina Lindenberga w GDR!
der
Sonderzug nach Pankow mit einem Selbstportrait Udo Lindenbergs (2003)
Den „Sonderzug nach Pankow“ schrieb Udo Lindenberg 1983 als Reaktion darauf, dass er als westdeutscher Künstler nicht in der DDR auftreten durfte. Er wählte Pankow als Fahrtziel des Sonderzugs, weil das der Ostberliner Bezirk war, in dem die Parteioberen der SED zu Hause waren.
Aufgaben:
Hören Sie sich zunächst das Lied an und lesen Sie den Text mit.
Umschlag 1:
Noch im
gleichen Jahr, am 25. Oktober 1983, durfte Udo Lindenberg im Rahmen eines
Konzerts unter dem Titel "Rock für den Frieden" im Palast der
Republik in Ostberlin auftreten. Eine für das Jahr 1984 geplante Tournee durch
die DDR wurde allerdings
verboten.
Umschlag 2:
„Genosse Erich, im Übrigen hat der
Oberste Sowjet nichts gegen ein Gastspiel von Herrn Lindenberg in der DDR!“
Links:
zur Entstehung des Lieds: http://jochen.scheytt.bei.t-online.de/popsongs/sonderzug.html; eine humoristische Aufarbeitung des realexistierenden Sozialismus finden Sie unter http://www.sabon.org/hymnen/
LERNSTATION
12:
Berlin-Quiz
Aufgabe:
Bitte beantworten Sie die Quizfragen und kreuzen Sie die richtigen Antworten an.